Der Modekonzern Jil Sander ist als eines der luxuriösesten Labels überhaupt bekannt. Allerdings ist das Label ebenso bekannt dafür, dass es seit Jahren schon rote Zahlen schreibt. Nachdem die Verluste im vergangenen Jahr leicht gesunken sind, sieht man im Unternehmen einem positiven Geschäftsergebnis 2011 entgegen. Nicht zuletzt führt man das darauf zurück, dass in den vergangenen Monaten und Jahren zahlreiche Sparmaßnahmen durchgeführt wurden, die sich jetzt bemerkbar machen.
Neue Linie für den alltäglichen Gebrauch
Ebenfalls wurde bereits im letzten Jahr die neue Linie Jil Sander Navy eingeführt. Mit dieser Linie, die vor allem etwas preiswertere Kleider verkaufen will, sollen die Frauen angesprochen werden, die für einfache Veranstaltungen keine absolut luxuriösen Kleider benötigen. Man will damit mit dem Geist der Zeit gehen, denn längst hat die Wirtschaftskrise auch bei Jil Sander zugeschlagen. Der Markt verändert sich, so dass es durchaus auch etwas preiswertere Kleider sein dürfen, die man mit der Jil Sander Navy Linie ins Sortiment mit aufgenommen hat.
Bereits im Jahr der Einführung der neuen Linie konnte diese sich mit 15 Prozent am Gesamtumsatz behaupten. In ein bis zwei Jahren soll die Jil Sander Navy Linie sogar 20 bis 25 Prozent des Umsatzes ausmachen. Allerdings glaubt man nicht ganz daran, dass sich Luxus einerseits und günstige Preise andererseits vertragen und plant für die Zukunft einen Vertrieb über zwei unterschiedliche Vertriebswege.
Zahlreiche Besitzerwechsel machten Jil Sander das Leben schwer
In den vergangenen Jahren wechselten die Besitzer des Modelabels Jil Sander des Öfteren. Zunächst wurde Prada mehrheitlicher Anteilseigner bei Jil Sander, und das bereits 1999. Allerdings überwarf man sich mit der Designerin, die dem Label seinen Namen verlieh, so dass diese 2004 endgültig das Unternehmen verließ. Bereits zwei Jahre später wurde Jil Sander von Prada verkauft, und zwar an den Investor Change Capital. Dort verblieb das Unternehmen noch einmal zwei Jahre, bis es 2008 an die japanische Modegruppe Onward verkauft wurde.
Dieses soll nun das angeschlagene Modelabel retten, was nicht zuletzt dadurch geschehen soll, dass Jil Sander Kleider in den mehr als 3.400 Läden im asiatischen Raum angeboten wird. Die Präsenz des Labels im asiatischen Bereich soll damit deutlich gesteigert werden können.